A backpackers guide to Norway



In den letzten zwei Wochen ist mehr geschehen, als ich in einen einzelnen Blogartikel packen könnte. Dennoch will ich versuchen, es auf das Wesentliche zu reduzieren;


Es ist kalt und regnet in Strömen. Um mich herum weit und breit keine Menschenseele und nur eine blökende Schafherde, die mir Gesellschaft leistet. Mit etwas Glück verirrt sich auf diese einsame Bergstraße alle 20 Minuten mal ein Auto, meistens aber in die Richtung, aus der ich komme. Ich treffe schon fast den Entschluss, hier als Schafhirte zu Campen, bis nach zwei Stunden endlich ein Wagen anhält. Darin sitzt eine Mutter mit zwei Kindern. Dies ist nicht nur ein einfacher Hitchhike - im Laufe des Tages lerne ich die Familie so gut kennen, dass ich sie auf einen Wanderausflug begleite, mit ihnen norwegisches Soft-Is esse, und sogar beinahe von den 7 und 9-jährigen Söhnen adoptiert werde.


Es ist eine jener wundersamen Begegnungen, die ich als Anhalter in Norwegen sammeln darf. Es müssen mittlerweile etwas 20 Autos, Traktoren und Wohnmobile gewesen sein, die mich von Kristiansand im Süden des Landes bis fast nach Bergen an der Westküste mitgenommen haben. Und fast jede Begegnung verdient einen eigenen Blogartikel.


Doch was sehr romantisch scheint, hat seine Schattenseiten: Ein 25 Kilo schweres Rucksackmonster, das unerbittlich in die Schultern beißt. Ein beinahe zwei Wochen anhaltender Dauerregen bei sommerlichen 5 bis 10 Grad. Man kann nicht alles haben.


In diesem Regenwetter habe ich mich auf einer Biofarm bei Vossevangen einquartiert, wo ich nun mithelfe, die Tiere zu füttern, Gemüsebeete zu bestellen und dafür Kost und Logie frei erhalte. Es ist beinahe so, als hätte mich meine Zeit auf der Waldorfschule für diese Wendung des Schicksals prädestiniert. :)


Wohin die Reise weitergeht, weiß ich nicht. Auf die ständigen Fragen hin sage ich zwar stets "Trondheim" oder "Richtung Norden" - weiß aber genau, wie unfassbar häufig sich Pläne ändern. Schon am ersten Tag bin ich vinllon einer reinen Wanderung auf eine Wander-Tramp-Reise umgestiegen. Vom reinen Zelten auf Farmarbeit...wer weiß also, welche aufregenden Wunder das Leben in Zukunft bereithält?


Eins weiß ich aber ganz bestimmt: Wie sehr ich den Kontakt zu euch lieben Menschen in der Heimat vermisse. Die guten Gespräche, die gemeinsam erlebten Abenteuer...all das sind Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Und man muss nicht um die halbe Welt reisen, um sie zu finden!


Liebe Grüße und bis bald! :)


Johannes

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